Faszien «lösen»? - was hat es mit den Rollen auf sich?

Faszien und Faszienrollen sind in aller Munde und viele Leute benutzen regelmässig die Rolle.

Es helfe Faszienverklebungen zu lösen und die Faszien wieder aufzudehnen. Doch was sind diese Faszien? Und können wir sie mit der Rolle beeinflussen? Hilft dies gegen Schmerzen?

Unser Körper besteht aus vielen verschiedenen Arten Bindegewebe wie zum Beispiel Knorpel, Bänder und Sehnen, sowie Faszien.

Faszien bilden ein umhüllendes und verbidendes Netzwerk aus Bindegewebe, welches bei der Formgebung unseres Körpers hilft. Faszien umhüllen Muskeln und Organe, sie teilen den Körper in verschiedene Schichten und helfen auch bei der Übertragung von Kräften. Sie bilden Abgrenzungen zwischen Strukturen und bieten dadurch auch eine Gleitfläche zwischen abgetrennten Strukturen.


Die Spannung von Faszien wird über verschiedene Faktoren beeinflusst. Neben dem Nervensystem sind unter Anderem der Flüssigkeitshauhalt des Körpers, die Temperatur des Bindegewebes und pathologische Prozesse wie zum Beispiel Entzündungen für die Spannung und Dehnbarkeit der Faszien mitverantwortlich.


Bewegungseinschränkungen oder Verklebungen werden häufig den Faszien zugeschrieben, jedoch können diese in jeder Art Bindegewebe entstehen. Woher eine Bewegungseinschränkung im eigenen Körper herführt ist daher schwierig zu eruieren. Ausserdem ist es sehr fraglich, ob sich diese Adhäsionen oder Verklebungen manuell lösen lassen. Bindegewebe ist sehr straffes Gewebe, die Kräfte, welche zu einer Dehnung führen können übersteigen die Kräfte die wir von aussen durch eine Rolle oder manuell anbringen können. Ausserdem bewirkt die Rolle eher eine Kompression des Gewebes, für eine Dehnung müsste jedoch durch die Anordnung der Gewebefasern eine Dehnung in Zugrichtung angebracht werden. Dies kann die Rolle nicht. Auch wurde bisher in der Wissenschaft keine Belege gefunden, dass eine Faszienrolle Verklebungen lösen können.


Die Wirkung der Faszienrolle auf die Beweglichkeit kann eher so erklärt werden: Die Kompression der Rolle wirkt auf diverse Strukturen im Körper: neben den Faszien, werden auch Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven, Blut- und Lymphgefässe komprimiert. All diese Systeme werden daher beeinflusst. Verbesserungen des Bewegungsausmasses oder ein Einfluss auf die Schmerzen oder Verspannungen lässt sich über folgende Wirkmechanismen erklären:


- lokale Veränderungen im Gewebe: die Durchblutung wird erhöht, es kommt ebenso zu Veränderungen im Wasserhaushalt (Flüssigkeitsverschiebungen in Zellen und Gewebe), und die Spannungssensoren im Gewebe werden aktiviert.


- das Nervensystem wird beeinflusst, dadurch können die Spannungsveränderungen, Schmerzmodulation und eine höhere Dehntoleranz entstehen. Die Beweglichkeit nimmt zu und die Schmerzen nehmen ab. Dies ist jedoch eher unspezifisch. Da sich gezeigt hat, dass eine Behandlung mit der Faszienrolle eines Beines im gegenüberliegenden Bein die Schmerzempfindlichkeit senken und die Beweglichkeit verbessern kann.


Zusammenfassend kann man sagen, die Faszienrolle bewirkt kurzfristig unspezifische Schmerzlinderung und eine Spannungsreduktion, sowie eine Beweglichkeitsverbesserung. Dies basiert jedoch kaum durch «gedehnte» Faszien, oder gelöste Verklebungen. Eher beeinflussen wir kurzfristig unser Nervensystem.


Wollen wir unsere Beweglichkeit, Verspannungen oder Schmerzen langfristig verbessern, sollten wir neben dem Faszienrollen hauptsächlich unseren Körper regelmässig trainieren. Gerne zeigen wir Dir im Personaltraining oder in der Physiotherapie bei uns im radiuszwei wie Du langfristig beweglich und kräftig wirst, mit und ohne Faszienrolle.

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