Kribbeln in den Fingern und nächtliche Schmerzen? - Karpaltunnelsyndrom

Aktualisiert: 30. Mai 2019

Treten nachts immer wieder Schmerzen im Daumen, Zeig- und Mittelfinger auf, kann dies aufgrund eines Karpaltunnelsyndroms sein. Dies ist nicht nur unangenehm, sondern kann unbehandelt zu einer Abschwächung der Muskulatur in Teilen der Hand führen. Wie das Karpaltunnelsyndrom entsteht und was man tun kann, findest Du hier.


Das Karpaltunnelsyndrom ist ein Nerven-Engpasssyndrom. Hierbei wird der Medianusnerv im Bereich der Handwurzelknochen komprimiert. Der Karpaltunnel wird durch die Knochen der Handwurzeln und Bänder gebildet. Im Tunnel verlaufen neben dem Nerv auch die Sehnen der Fingerbeuger. Verengungen in diesem Tunnel reduzieren die Durchblutung des Nervs und können ihn so schädigen. Schmerzen, Gefühlsstörungen oder -ausfälle, sowie Abschwächung der Muskulatur sind die Folge. Dadurch kann auch die Koordination der Hand beeinträchtigt werden. Flaschen öffnen, das Greifen von Gegenständen, das Lenkrad halten oder Tastaturschreiben kann zum Problem werden.


Die Schmerzen treten häufig nachts und in gebeugter Handstellung auf und lassen sich durch Schütteln der Hand kurzzeitig reduzieren. Teilweise können die Schmerzen auch in den Arm bis in die Schulter hoch ausstrahlen. Hauptsächlich sind der Daumen, Zeig- und Mittelfinger, sowie die Handinnenfläche betroffen. Eine Abnahme des Muskels ist häufig im Bereich des Daumenballens zu beobachten.


Eine Einengung im Karpaltunnel kommt einerseits durch lokale mechanische Faktoren zustande, andererseits durch systemische.

Zu den lokalen mechanischen Ursachen zählen Einengungen durch Sehen- oder Gelenksentzündungen, Fehlstellungen der Handwurzelknochen durch Subluxationen oder Frakturen oder Ganglien zustande.


Systemische Faktoren sind Erkrankungen, welche den Hormonstoffwechsel oder den Wasserhaushalt beeinflussen: Nierenerkrankungen, Schilddrüsenprobleme, Schwangerschaft oder Gicht. Ödeme im Gewebe komprimieren den Nerv.

Zur Diagnosestellung können neben spezifischen Tests, welche den Karpaltunnel mechanisch einengen um die Symptome zu reproduzieren, auch Nervendehntests, Kraft- und Sensibiliätstests gemacht werden. Desweiteren kann die Nervenleitfähigkeit und die elektrische Aktivität des Muskels (EMG) gemessen werden, oder ein Röntgen gemacht werden, um die Diagnose zu sichern.


Bei der Diagnosestellung gilt es auszuschliessen, dass die Nervenkompression tatsächlich im Bereich des Karpaltunnels entstanden ist und nicht in anderen Engpassbereichen des Nervs (in der Ellenbeuge durch die Muskulatur oder in der Halswirbelsäule im Segment C5/6. Die Lokalisation der Kompressionsstelle ist zentral für die Auswahl der richtigen Therapie.


Therapeutisch gibt es verschiedene Möglichkeiten beim Karpaltunnelsyndrom. Zu den konservativen Massnahmen zählen hauptsächlich die Ruhigstellung durch eine Handschiene nachts, Reduktion der belastenden Tätigkeiten, entzündungshemmende und abschwellende Medikamente, sowie eine physiotherapeutische Behandlung. Neben Tapes, manueller Mobilisation der Handwurzelknochen und des Nervs, können Weichteiltechniken Linderung bringen. Ebenfalls können Beweglichkeits- und Kraftübungen notwenig sein.


Bei ausbleibender Besserung der Problematik kann allenfalls eine operative Massnahme erforderlich sein: hier wird die mechanische Kompression durch Abtragung von dem einengenden Material oder durch Spaltung des Bandes, welches den knöchernen Tunnel vollständig schliesst. Somit erhält der Nerv mehr Raum und kann sich regenerieren. Auch postoperativ ist eine Physiotherapie zur vollständigen Wiederherstellung der Handfunktion zu empfehlen.


Ratsam ist es, beim Vorhandensein eines Karpaltunnelsyndroms, nicht zu lange abzuwarten, um

Folgeschäden zu vermeiden. Vor einem operativen Eingriff, ist ein konservative Therapieversuch empfehlenswert, denn nicht alle Karpaltunnelsyndrome bedürfen einer Operation.


Leidest Du am Karpaltunnelsyndrom? Gerne helfen wir Dir bei uns in der Physiotherapie im radiuszwei.

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