Wenn es nicht nur bei einer Schürfung bleibt…

Aktualisiert: Sept 14

Ein Sturz von der Treppe oder dem Velo können für einen Knochenbruch reichen – wenn eine genügend grosse Kraft auf den Körper einwirkt, bricht ein Knochen. Frakturen, wie Kochenbrüche genannt werden, sind schnell passiert. Die Heilung und Wiederherstellung der Funktion im Alltag und Sport dauert jedoch Wochen bis Monate. Wie eine Fraktur heilt und wie Dir die Physiotherapie auf dem Weg der Genesung helfen kann, erfährst Du hier.


Bei einer Fraktur geht die Struktur des Knochens kaputt, es entsteht ein Riss. Dieser kann teilweise oder komplett sein. Bei kompletten Frakturen können sich die Knochenfragmente evt auch gegeneinander verschieben. Man spricht von einer dislozierten Fraktur. Bei einer offenen Fraktur kann sogar der Knochen durch die Haut durchbrechen. Diese offenen Frakturen entstehen seltener, denn dafür sind sehr hohe Kräfte notwendig. Zum Beispiel ein Motorradsturz bei hoher Geschwindigkeit. Dies gilt auch für die Luxationsfraktur, bei welcher der Knochen nicht nur bricht, sondern auch das Gelenk neben der Fraktur sich ausrenkt durch die hohen einwirkenden Kräfte.

Klare Zeichen einer Fraktur sind Fehlstellungen des Knochens, unnatürliche Beweglichkeit oder Knirschgeräusche beim Bewegen. Frakturen werden meist von immobilisierenden Schmerzen, Blutergüssen und Schwellungen begleitet werden. Beim Verdacht auf eine Fraktur ist eine Röntgenuntersuchung sinnvoll zur Diagnosestellung.


Die Therapie der Fraktur richtet sich ganz nach der Art des Bruchs. Luxierte, offene oder dislozierte Frakturen benötigen zwingend eine operative Versorgung um die Fehlstellung zu korrigieren und die anatomische Form des Knochen wiederherzustellen. Dabei werden die Knochenfragmente wieder korrekt platziert und mit Schrauben, Platten, Drähten oder Nägel fixiert. So kann das Gelenk wieder bewegt werden, ohne dass sich die Knochenfragmente erneut verschieben. Diese operative Versorgung hat den Vorteil, dass die Gelenke schnell wieder bewegt werden können, jedoch sollte dies ohne Krafteinwirkung sein, da das Metall nicht unendlich belastbar ist. Im Falle einer Knöchelfraktur darf der Fuss dann zwar bewegt werden, aber nicht belastet. Das Bein muss nach der Osteosynthese (die Fixierung der Knochenstücke mittels Metall) mit Stöcken im Gehen entlastet werden. Durch die Bewegung der Gelenke vermeidet man aber ein übermässiges Einsteifen des Gelenks und die Muskulatur kann auch mehr bewegt werden, was zu weniger Abbau führt. Da jede Operation mit Aufwand und Risiken, sowie grossen Kosten fürs Gesundheitssystem verbunden ist, ist die konservative Therapie mit Gipsruhigstellung bei undislozierten, einfachen Brüchen der Operation vorzuziehen. Dabei wird der Knochen durch den Gips oder eine Schiene fixiert. Der Vorteil ist,eine Operation mit Spitalaufenthalt entfällt, dafür wird die Beweglichkeit eingeschränkt, da das oder die angrenzenden Gelenke ebenfalls ruhiggestellt werden müssen, um Scherkräfte auf den Knochen zu vermeiden. Ansonsten könnten sich die Frakturfragmente verschieben und schräg oder gar nicht zusammenwachsen.


Wie lang die Knochenheilung dauert variiert je nach Dichte und Art des Knochens oder der Frakturgrösse. Dünne Knochen wie das Schlüsselbein brauchen ca 4 Wochen, bis er belastungsstabil (das heisst, der Knochen darf wieder mit äusseren Widerständen belastet werden) ist, während ein Oberschenkelknochen oder ein Wirbelkörper 10-12 Wochen benötigen um wieder belastbar zu werden.


Postoperativ oder nach der Gipsentfernung ist die Physiotherapie zentral für eine vollständige Rehabilitation. Nach einer Osteosynthese ist der Knochen zwar stabil genug um das Gelenk zu bewegen, aber es darf noch nicht belastet werden. In diesem Fall hilft Dir die Physiotherapie dabei, die Beweglichkeit zu erhalten oder zu verbessern, Schwellungen abzubauen und Übungen für zuhause zu instruierten. Auch können in der Therapie das Gehen an Stöcken oder Treppengehen mit Stöcken geübt werden. Das Training der anderen Körperteile und Schmerzlinderung kann ebenfalls in die Therapie integriert werden. Sobald der Knochen belastungsstabil ist, oder der Gips entfernt worden ist, muss die Beweglichkeit, die Kraft und die Koordination durch manuelle Therapie und Übungen wiederhergestellt werden. Die Physiotherapie begleitet Dich nach dem Bruch bis Du wieder fit bist für Deinen Alltag.

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