Beckenschmerzen und ihre vielfältigen Gründe

Schmerzen im Beckenbereich, das heisst unterer Rücken, Gesäss und Leiste sind häufig. Die Behandlung ist oft nicht ganz einfach, da vielerlei Strukturen für die Schmerzen verantwortlich sein können und eine Bildgebung nur Veränderung an den Strukturen zeigen kann, aber nicht eindeutig beweisen können, was der Grund für die Schmerzen sind. Auch muss ein Beckenschmerz nicht unbedingt nur ein muskuloskelettales Problem sein. Auch die inneren Organe können Schmerzen im Becken auslösen.



Beckenschmerz durch Gelenke:

Schmerzen im Gesäss oder der Leiste können durch Blockaden oder Bandscheibenprobleme in der Lendenwirbelsäule oder Irritation im Bereich der Beckengelenke (Iliosakralgelenk) stammen. Aber auch eine irritierte Hüfte kann Gesässschmerzen auslösen. Physiotherapeutische Test können durch Provozieren von verschiedenen Gelenken dem Ursprung des Schmerzes auf die Spur kommen. Häufig sind diese Beschwerden durch Positionen oder Bewegungen beeinflussbar.


Beckenschmerz durch Senkung von Blase und Gebärmutter:

Senken sich Blase oder Gebärmutter im Becken nach unten, ziehen die Bänder, mit welchen sie im Becken verankert sind, am Kreuzbein oder den Beckenschaufeln. Dieser Zug reizt die Gelenke, es entstehen Schmerzen, welche häufig beim Stehen oder im Tagesverlauf zunehmend sind. Zu Senkungen kommt es häufig nach Schwangerschaften. Auch wird das Bindegewebe im Laufe des Lebens weniger kräftig. Auch ein schwacher Beckenboden ist ein negativer Faktor für die Absenkung von Beckenorganen. Symptome wie Inkontinenz bei Belastung oder Schmerzen im unteren Rücken sind typisch. Klinische Tests können diese Symptome provozieren und auf die Problematik hinweisen. Durch gezielte Techniken lässt sich dies mit Therapie positiv beeinfussen.


Beckenschmerzen durch vorangegangene Entzündungen:

Vorangegangene grosse oder häufige Entzündungen der Eierstöcke, der Blase oder der Prostata, sowie auch Operationsnarben, können die Beweglichkeit der Organe im Becken beeinträchtigen oder sogar zu Verklebungen führen zwischen den Organgen oder auch den Muskeln im Becken. Diese liegen im Becken durch die engen Platzverhältnisse sehr dicht bei einander und können sich so gegenseitig irritieren. Die Organge sind mit Bändern an den Beckenknochen aufgehängt. Durch verstärkten Zug dieser Bänder oder eingschränkter Funktion der betroffenen Muskeln können Schmerzen in der Leiste, Hüfte oder sogar im Knie entstehen. Auch können über das Nervensystem Probleme der Organe im Becken Schmerzen im Kreuzbein und sogar in der oberen Lendenwirbelsäule auslösen. Sogar Verdauungsprobleme können dadurch entstehen. Diese Organe können durch Mobilisation und Verbesserung der Durchblutung in ihrer Funktion verbessert werden. Zusammen mit der Behandlung der Organe und der Gelenke kann der Beckenschmerz therapiert werden.


Darm als Auslöser von Beckenschmerz:

Auch der Enddarm kann Beckenschmerzen auslösen. Chronische Verstopfungen können die umliegenden Muskeln, Bänder und Gelenke mitbeeinträchtigen und ausstrahlende Schmerzen verursachen. Auch hier hilft neben der Behandlung der Verstopfungen, die Mobilisation der involvierten Organe und Strukturen, um die Schmerzen zu verbessern. Auch kann dies die Verstopfungsproblematik oft positiv beeinflussen.


Die Ursache der Beckenschmerzen herauszufinden ist daher nicht immer ganz einfach und sollte nicht nur eine Bildgebung oder die Gelenksuntersuchung beinhalten, sondern auch die inneren Organe und die Funktion des Beckenbodens umfassen. Nur so kann eine gezielte effektive Behandlung der Schmerzen erfolgen.

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