Schmerzen und Taubheit im Arm? - Thoracic Outlet Syndrom

Aktualisiert: 30. Mai 2019

Wenn Schmerzen und Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Einschlafen oder Taubheit im Arm auftreten, kann dies durch eine Einengung von Nerven oder Blutgefässen im Bereich des Halses liegen. Das Thoracic Outlet Syndrom kann vielfältige Beschwerden auslösen.

Die Schmerzen und Gefühlsstörungen sind oft diffus im ganzen Arm spürbar, häufig fühlt sich der Arm auch schwer oder geschwollen an. Manchmal ist sogar die Feinmotorik der Hand beeinträchtigt und Nacken- und Kopfschmerzen treten in Verbindung zum Armschmerz auf.

Die Beschwerden kommen oft schleichend nach längerem Halten einer Stellung wie zum Beispiel das Arbeiten am Computer oder das Liegen auf der Seite nachts. Oft können die Symptome auch nach wiederholten Tätigkeiten wie Überkopfarbeiten, Werfen oder Schwimmen auftreten.


Doch wie entstehen diese Beschwerden? Das Thoracic Outlet Syndrom ist ein Kompressionssyndrom, dabei werden Strukturen mechanisch eingeengt: Der Plexus brachialis, also das Nervengeflecht der Armnerven, sowie die Arterie und Vene, welche den Arm versorgen. Diese Strukturen durchlaufen auf dem Weg in den Arm drei Engpässe.

Zuerst laufen sie zwischen zwei Halsmuskeln (dem Scalenus anterior und dem Scalenus medius) hindurch. Diese bilden zusammen mit dem Schlüsselbein ein Dreieck. Dieses wird als die Skalenuslücke bezeichnet. Eingeengt kann diese Lücke werden, wenn sich die Muskulatur verspannt. Dies ist zum Beispiel nach einem Schleudertrauma möglich. Es kann aber auch haltungsbedingt oder bei Nackenbeschwerden auftreten. Ganz selten kann der Grund auch anatomischen Ursprungs sein. Gewisse Menschen haben eine zusätzliche Rippe, eine sogenannte Halsrippe, welche ebenfalls den Raum verkleinern kann.

Anschliessend ziehen die Nerven unter dem Schlüsselbein oberhalb der ersten Rippe hindurch. Dies ist der Kostoklavikulärraum. Hier kann eine Kompression stattfinden, wenn die erste Rippe eine Fehlstellung hat, wie zum Beispiel bei gewissen Lungenproblemen oder wenn das Schlüsselbein zu weit unten steht. Dies kann zum Beispiel auftreten, wenn über längere Zeit ein schwerer Rucksack getragen wird und die schulterhebende Muskulatur ermüdet.

Die dritte Engpassstelle liegt unter der Brustmuskulatur. Hier kann der kleine Brustmuskel (Pectoralis minor) die Nerven und Blutgefässe gegen die Rippen pressen. Dies ist häufig haltungsbedingt. Wenn der Schultergürtel eher nach vorne gekippt steht und der Pectoralis minor verkürzt und verspannt ist, kann es hier zu der Kompression kommen.

Die Beschwerden sind häufig sehr heftig und daher meist auch besorgnisauslösend. Aber nur wenn die Kompression stark und konstant über eine längere Zeit besteht, kann es zu nachhaltigen Schäden am Nerv kommen. Dies ist selten der Fall.


Physiotherapie kann bei einem Thoracic Outlet Syndrom sehr viel helfen. Zur Entspannung der verkrampften Muskulatur können Triggerpunkttherapie, Dehnungen oder Weichtteiltechniken helfen. Manualtherapie kann die Stellung der Rippe beeinflussen und Neuromobilsation kann den Stoffwechsel der Nerven verbessern. Durch gezielte Kraftübungen kann die Haltung optimiert werden. Dies ist äusserst wichtig, um das Problem langfristig zu lösen.

Sobald die Kompression behoben ist, können die Strukturen sich regenerieren und die Schmerzen und Gefühlsstörungen verschwinden.


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