Ein Drehen, ein Reissen – Kreuzbandriss

Eine der häufigsten, aber auch schwerwiegendsten, Verletzungen des Knies ist der Kreuzbandriss. Traumatische Verdrehungen des Knies in leichter Beugung bringen das vordere Kreuzband zum reissen. Alles über den Kreuzbandriss und was danach zu tun ist, erfährst Du hier.


Die Kreuzbänder, das vordere und das hintere, gewährleisten zusammen mit den Seitenbädern ein stabiles Knie. Während die Seitenbänder verhindern, dass das Knie zur Seite knickt, sorgen die Kreuzbänder mitten im Kniegelenk dafür, dass das Schienbein und der Oberschenkel sich beim Beugen und Strecken nicht übermässig gegeneinander verschieben und keine Schubladenbewegung entsteht. Das vordere Kreuzband (VKB) reisst ungefähr zehnmal häufiger als das hintere. Wenn es gerissen ist, kann eine vordere Schublade entstehen: der Unterschenkel kann, bei einer schnellen Stop-und-Go-Bewegung oder beim Hinabgehen plötzlich nach vorne gleiten. Das Knie verliert an Stabilität. Zwar können die Kniemuskulatur dieser Gleitbewegung entgegenwirken, jedoch müssen diese gut trainiert sein und koordinativ schnell reagieren können.


Ein Kreuzbandriss entsteht meist durch eine Rotation des Körpers gegenüber des Fusses, welcher durch den Boden in der Position fixiert wird. Dies geschieht zum Beispiel bei Abbremsbewegungen in Stop-und-Go-Sportarten oder auch beim Skifahren. Begünstigende Faktoren sind mangelnde Muskulatur, schlechte Rumpf- oder Beinachsenstabilität oder konditionelle Mängel. Häufig entstehen zusätzliche Verletzungen am Knie: meist ist auch der innere Mensikus angerissen und oder das innere Seitenband gerissen. Man nennt dies einen «unhappy traid».


Der Kreuzbandriss geht einher mit einem starken Schmerz, begleitet von einem Reiss- oder Verschiebegefühl. Anschliessend fühlt sich das Knie schmerzhaft und instabil an, es bildet sich häufig auch Flüssigkeit im Gelenk. In der Therapie bieten sich zwei generelle Möglichkeiten an: die konservative und die operative Therapie.


-Bei der konservativen Therapie ist das Ziel, nach Abklingen der Entzündungszeichen, die Stabilität des Knies wiederherzustellen. Da das Kreuzband nicht zusammenwächst, wird die Muskulatur für die Stabilität zentral. Eine gut trainierte Muskulatur ist dringend notwendig um das Knie stabil zu halten.

-Bei der operativen Therapie wird meist eine andere Sehne im Knie benützt, um eine Kreuzbandplastik zu erstellen, welche mittels einer Schraube angebracht wird. Anschliessend ist eine intensive Reha zum Aufbau der muskulären Stabilisation und Kraft, sowie für das Wiedererlangen der vollen Beweglichkeit und Koordination erforderlich.

Ob das der VKB-Riss konservativ oder operativ behandelt werden soll hängt von verschiedenen Faktoren ab:

- Begleitverletzungen: bei zusätzlichen Verletzungen wird meist eine Operation empfohlen

- Alter und Alltagsbelastung: junge, sportliche Menschen, welche wieder Sport mit hohen Beschleunigungkräften und Stop-und-Go-Bewegungen tätigen möchten, wird ebenfalls eher zur Operation geraten. Ältere Menschen, oder Menschen, welche keine schnellen Sportarten machen, können sich eher für eine konservative Therapie entscheiden.

Studien zeigen bisher kein erhöhtes Risiko einer Arthrosebildung bei konservativer gegenüber operativer Versorgung. Ob ein Knie konservativ stabil genug wird, zeigt sich erst im Verlauf. Daher sollte diese Entscheidung auch die individuelle Präverenz des Patienten miteinbeziehen. Bei beiden Therapien nimmt eine aktive Physiotherapie zur Wiederherstellung der Kniefunktion in Alltag und Sport eine zentrale Rolle ein.

Bei uns in der Physiotherapie im radiuszwei behandeln wir Dein Kreuzbandriss gerne, egal ob Du Dich für oder gegen eine Operation entscheidest, wir bringen Dich wieder zurück in Deinen Alltag.

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