Hypermobilität - Wenn das Gelenk zu beweglich ist

Aktualisiert: Aug 20

Beweglicher zu werden ist das Ziel vieler. Yoga und Stretching sind im Trend. Doch was ist, wenn man zu beweglich ist? Ist das ein Fluch oder ein Segen?


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Hypermobilität bedeutet ein Gelenk weist zu viel Beweglichkeit auf. Dies kann ein oder mehrere Gelenke betreffen oder generell vorhanden sein. Einzelne überbewegliche Gelenke können angeboren oder auch erworben sein, wie zum Beispiel durch wiederholtes Ausrenken der Schulter: laxe Bänder bieten zu wenig Stabilität im Schultergelenk und es wird übermässig beweglich. Auch ein Wirbelgleiten kann im Laufe des Lebens entstehen und zu einer Hypermobilität führen.

Andererseits kann eine Hypermobilität auch den ganzen Körper betreffen. Dies ist meist ursächlich durch eine angeborene Bindegewebsschwäche. Betroffene haben in den meisten Gelenken eine übermässige Beweglichkeit, da das Bindegewebe, welches die Gelenke zusammenhält lockerer ist als bei normalbeweglichen Menschen. Wie man an Schlangenmenschen sieht, muss dies nicht zwingend Probleme bereiten. Wenn die übermässige Beweglichkeit jedoch zu Beschwerden führt, spricht man vom Hypermobilitätssyndrom. Die Beschwerden durch das Hypermobilitätssyndrom sind unterschiedlich ausgeprägt. Von leichten gelegentlichen Schmerzen bis zu massiven Einschränkungen der Lebensqualität durch chronische Überlastung der Muskeln, Gelenken oder auch Nerveneinengungen ist alles möglich. Es kann auch zu Subluxationen oder sogar zu Luxationen (häufig in der Schulter oder im Kiefer) kommen.

Eine spezielle Form des Hypermobilitätssyndrom ist, zum Beispiel, die genetische Erkrankung des hypermobilen Ehler-Danlos-Syndrom. Durch die Bindegewebsschwäche können neben den Gelenken auch die Haut und die Blutgefässe betroffen sein. Die Haut ist oft übermässig elastisch und leicht zu verletzen. Vor allem wenn die Blutgefässe mitbetroffen sind, wird die Lebenserwartung deutlich vermindert, da es zu gefährlichen Blutungen kommen kann.


Ein Hypermobilitätssyndrom ist nicht heilbar, dass heisst die Überbeweglichkeit bleibt in den Gelenken vorhanden. Die Lebensqualität lässt sich jedoch mit der Hilfe von Therapie verbessern. Physiotherapie zur Verbesserung der motorischen Kontrolle und Verbesserung der Gelenkstabilisation mit Training, sowie auch zur Schmerzlinderung nimmt hier eine zentrale Rolle ein. Das Schulen der Haltung und Anpassen des Bewegungsverhaltens (zum Beispiel Vermeidung von Überstrecken der Gelenke oder langes Verharren in einseitigen Positionen) kann Betroffenen helfen, die Beschwerden durch die Hypermobilität zu reduzieren.

Hast auch Du mit einer Hypermobilität zu kämpfen? Dann verhelfen wir Dir gerne zu mehr Stabilität bei uns in der Physiotherapie im radiuszwei.


Wir freuen uns auf Dich

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