Nächtliches Kribbeln im Daumen und Zeigefinger? - Karpaltunnelsyndrom

Aktualisiert: Aug 20

Beim Karpaltunnelsyndrom wird der Medianus-Nerv im Handgelenk komprimiert. Dies führt zu Beschwerden in Daumen, Zeig- und Mittelfinger. Schmerzen, Gefühlsstörungen und sogar Muskelschwäche sind die Folge. Es lohnt sich schnell dagegen vorzugehen um Schäden am Nerv zu vermeiden. Hier im Blog erfährst Du was zum Karpaltunnelsyndrom führt und was Du dagegen tun kannst.

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Das Karpaltunnelsyndrom ist eine häufige Störung des Nervensystems. Frauen leiden fast doppelt so häufig darunter und meist im Alter zwischen 40-65 Jahren. Das Syndrom äussert sich durch folgende Symptome:


- Schmerzen in Daumen, Zeigfinger und Teile des Mittelfingers


- Taubheit oder Kribbeln in der gleichen Region


- Missempfindungen, Gefühlsstörungen oder Taubheit in der Region


- Kraftverlust in der Hand, sowie Verlust der Daumenballenmuskulatur (bis zu einem sichtbaren Abbau der Muskulatur)


- Teilweise ausstrahlende Schmerzen im gesamten Arm


Anfänglich äussert es sich in intermittierenden Schmerzen und Einschlafen der Finger oder Gefühlsstörungen wie Ameiseln, Kribblen oder einem pelzigen Gefühl. Häufig tritt dies vor allem nachts auf. Mit der Zeit können die Beschwerden konstant werden.

Zu den Beschwerden kommt es durch eine Kompression des Medianus-Nervs. Ein Nerv, welcher mittig durch das Handgelenk zieht. An der Innenseite des Handgelenks wird durch die Handwurzelknochen (Karpalknochen) und ein Band, welches sich darüber spannt, der Karpaltunnel gebildet. Dadurch gleiten neben dem Nerv auch die Sehnen der Fingerbeuger mit ihren Sehnenscheiden. Durch verschiedene Faktoren kann es zu einer Einengung des Durchgangs kommen und dadurch zu einem Entrapment des Nerves führen. Die Kompression des Nervs löst die typischen Beschwerden aus. Faktoren, welche zu einer Einengung des Tunnels führen sind vielfältig:

- mechanische Störungen durch Blockaden der Handwurzelknochen oder knöchernen Fehlstellungen nach Frakturen im Handgelenks, Verdickungen des Bands, welches den Tunnel schliesst

- raumfordernde Prozesse wie Tumore und Ganglien im Bereich oder Sehnenscheidenentzündungen

- Störungen und Entzündungen im Bereich des Nerves durch Stoffwechselprobleme wie Diabetes, Eiweissablagerungen oder hormonelle Störungen (Schilddrüsenprobleme, Menopause) und Wassereinlagerungen in der Schwangerschaften

Zur Diagnosestellung helfen neben klinischen Tests, eine Bildgebung und eine Nervenleitmessung. Bei der Nervenleitmessung zeigt sich beim Karpaltunnelsyndrom eine Verlangsamung der Leitgeschwindigkeit im Medianusnerv im Bereich der Hand. So können auch andere Ursachen, wie zum Beispiel eine Diskushernie im Halsbereich abgegrenzt werden.


Die Therapie eines Karpaltunnels richtet sich nach der Ausprägung und der Ursache. Es gibt jedoch diverse therapeutische Möglichkeiten:

- Ruhigstellung des Handgelenks mit Hilfe einer Schiene

- Entzüdungshemmende und schmerzlindernde Massnahmen über Physiotherapie wie physikalische Therapie, manuelle Therapie, Nervenmobilisation, aktive Übungen

- Abschwellende Massnahmen wie Lymphdrainage bei Wassereinlagerungen, Schwellungen

- Lokale Injektionen mit Entzündungshemmern, Medikamentöse Therapie

- oder operative Freilegung und Dekompression des Nervs bei Versagen der konservativen Therapie.

Meist ist aber die konservative Therapie in früheren Stadien des Problems zielführend und benötigt keiner Operation. Eine umfassende physiotherapeutischer Behandlung, ergonomische Anpassung des Arbeitsplatzes und Schienenversorgung sind meist erfolgreich.

Leidest auch Du unter einem Karpaltunnelsyndrom, helfen wir Dir gerne bei uns in der Physiotherapie im radiuszwei zurück zu einer optimalen Handfuktion.

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