Nicht jeder Schmerz ist eine Verletzung!

Aktualisiert: 8. Nov 2019

Obwohl Schmerzen lästig und unangenehm sind, können sie jederzeit auftreten und gehören zu unserem Leben. Manchmal tauchen sie glücklicherweise nur kurz auf, manchmal können sie uns über eine lange Zeit begleiten und die Qualität unseres Lebens massiv beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, dass wir verstehen wie Schmerzen entstehen und dass Schmerzen nicht immer eine Schädigung des Körpers bedeuten. Die wichtigsten Botschaften im Bezug auf Schmerzen erklären wir Euch hier.


Schmerzen stehen selten im gleichen Verhältnis wie Gewebeschädigung. Das heisst, dass die Intensität des Schmerzes gar nicht die Grösse der Verletzung im Körper widerspiegeln muss. Die Ausprägung der Schmerzstärke hängt von vielen Faktoren ab: sensorische, emotionale, kognitive und soziale Faktoren. Unsere Gefühlslage, unsere Einstellungen und Gedanken und unsere Umgebung können den Schmerz ebenso beeinflussen, wie die Sensoren in unserem Körper.


Der Alarm gibt daher schlecht Auskunft über die Grösse der Gefahr. Zum Beispiel, weiss man bei einem Diebstahlalarm im Laden auch nicht, wie viel Ware gestohlen wurde. Der Alarm zeigt einzig an, dass etwas gestohlen wurde. Dies ist auch bei unseren körpereigenen Sensoren so. Bei einer frischen Verletzung besteht ein hoher Zusammenhang zwischen der Alarmstärke und der Verletzung, je länger aber der Schmerz besteht, desto weniger steht die Intensität des gefühlten Schmerzes in Zusammenhang mit dem Schaden im Körper. Denn anhaltende Schmerzen können das ganze System zum über reagieren bringen. Wenn die viele Faktoren das Hirn auf Gefahr einstellen und zu wenige Einflüsse Sicherheit versprechen, kann ein Schmerz plötzlich deutlich zunehmen, bei gleichbleibendem Input. Dies kann zum Beispiel sein, wenn das Röntgenbild eine Arthrose zeigt und der Patient fälschlicherweise gesagt bekommen hat, dass Bewegung das Knie schädigen kann. Der Patient wird nun den Schmerz viel bedrohlicher empfinden, als wenn man ihm geraten hätte, das Knie trotzdem zu bewegen, da Bewegung hilft. Der Schmerz wird hierbei mit einer Überzeugung verknüpft. Bewegung kann plötzlich als Bedrohung wahrgenommen werden und in Folge sogar als schmerzhaft eingestuft werden. Wähnt sich der Patient jedoch in Sicherheit, dass Bewegung gut ist, wird er auch mit leichtem Schmerz weiter trainieren und schneller schmerzfrei sein.


Ein Signal dieser Gefahrensensoren wird über den Nerv ins Rückenmark geleitet. Hier befindet sich eine Art Schaltzentrale, welche Reize aus dem Gewebe weiterleiten oder herausfiltern können. Das Rückenmark kann daher mitentscheiden, ob und wie stark der Reiz in unserem Gehirn ankommt. Dieser Filter kann unterschiedlich eingestellt sein. Frühere Schmerzgeschehen oder Angst können die Schwelle für die Weiterleitung herabsetzen, somit können Reize schneller und häufiger ins Gehirn gelangen. Es ist, als ob man am Radio den Lautstärkeregler auf laut stellt. Es kommt zu einer Sensibilisierung. Der Körper hört mehr auf Reize aus einer bestimmten Körperregion.


Das Gehirn ist schlussendlich die Stelle, wo die Information interpretiert wird. Das Hirn muss entscheiden, ob der Alarm aus dem Gewebe wichtig ist und beachtet werden muss oder nicht. Dies geschieht grösstenteils unbewusst, kann aber durch vielerlei Einflüsse beeinflusst werden. Ein Wärmereiz kann entweder ein harmloses, aber intensives Wärmgefühl auslösen oder aber einen Verbrennschmerz auslösen. Es ist wichtig, dass wir dieses Alarmsystem besitzen, denn nähert sich die Hand einem Feuer, kann unser Hirn reagieren und die Hand in nützlichem Abstand halten um sie aufzuwärmen oder auch bei zu viel Nähe zurückziehen um einer Verbrennung vorzubeugen. Die Aufgabe des Gehirns ist es die Wichtigkeit und Höhe der Bedrohung zu deuten. Unsere Erfahrungen, Erwartungen, Einstellungen und Überzeugungen, sowie unsere Emotionen haben in diesem Prozess eine zentrale Rolle. Sie regulieren, ob unser Körper übermässig wachsam wird und kleine Alarmsignale plötzlich unangemessen grosse Schmerzreaktionen hervorrufen können.


Der Alarm gibt daher schlecht Auskunft über die Grösse der Gefahr. Zum Beispiel, weiss man bei einem Diebstahlalarm im Laden auch nicht, wie viel Ware gestohlen wurde. Der Alarm zeigt einzig an, dass etwas gestohlen wurde. Dies ist auch bei unseren körpereigenen Sensoren so. Bei einer frischen Verletzung besteht ein hoher Zusammenhang zwischen der Alarmstärke und der Verletzung, je länger aber der Schmerz besteht, desto weniger steht die Intensität des gefühlten Schmerzes in Zusammenhang mit dem Schaden im Körper. Denn anhaltende Schmerzen können das ganze System zum überreagieren bringen. Wenn die viele Faktoren das Hirn auf Gefahr einstellen und zu wenige Einflüsse Sicherheit versprechen, kann ein Schmerz plötzlich deutlich zunehmen, bei gleichbleibendem Input. Dies kann zum Beispiel sein, wenn das Röntgenbild eine Arthrose zeigt und der Patient fälschlicherweise gesagt bekommen hat, dass Bewegung das Knie schädigen kann. Der Patient wird nun den Schmerz viel bedrohlicher empfinden, als wenn man ihm geraten hätte, das Knie trotzdem zu bewegen, da Bewegung hilft. Der Schmerz wird hierbei mit einer Überzeugung verknüpft. Bewegung kann plötzlich als Bedrohung wahrgenommen werden und in Folge sogar als schmerzhaft eingestuft werden. Wähnt sich der Patient jedoch in Sicherheit, dass Bewegung gut ist, wird er auch mit leichtem Schmerz weiter trainieren und schneller schmerzfrei sein.


Zusammenfassend kann man sagen, Schmerz ist sehr komplex und wird durch viele Einflüsse beeinflusst. Daher ist es nicht möglich, von der Schmerzstärke auf die Grösse der Verletzung zu schliessen. Langandauernder Schmerz kann zu mehr Schmerzen führen durch eine Sensibilisierung des Alarm- und des Bewertungssystems. Anhaltende Schmerzen können daher sehr hartnäckig sein und schwierig loszuwerden. In der Physiotherapie im radiuszwei helfen wir Dir Deine Schmerzen zu verstehen und dagegen anzugehen.

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