Taping – Ein Wundermittel oder nur eine Modeerscheinung?

Im Sport ist Taping schon lange bekannt und verbreitet und findet auch abseits des Sports zunehmend Beliebtheit.

Doch was hat es mit den Bändern auf sich und welche Arten von Taping gibt es?


Länger schon ist das straffe Tape aus dem Sport bekannt und wird vielseitig als Funktionsverbände genutzt. Das straffe Tape wird hauptsächlich im Ballsport zur Verletzungsprophylaxe oder als Stabilitätshilfe verwendet. Dabei können Daumen- oder Sprunggelenke mit dem Funktionsverband stabilisiert werden, oder unerwünschte Bewegungen können eingegrenzt werden. Zum Beispiel nach Bänderzerrungen oder –rissen im Sprunggelenk können straffe Tapes angewendet um erneutes Umknicken zu verhindern. So kann schneller mit Übungen und Aktivität begonnen werden, ohne zu einer erneuten Verletzung zu führen, da im Fuss die potentiell „falsche“ Bewegung durch das straffe Tape eingeschränkt wird. So können verletzte Strukturen entlastet, der Schmerz verringert werden und es kann schneller mit der funktionellen Rehabilitation begonnen werden. Strukturen wie die Achillessehne oder die Fusssohle können kurzfristig etwas entlastet werden. So zum Beispiel, kann ein akuter Fersenspornschmerz etwas gelindert werden und das Gehen im Alltag schmerzfreier ermöglicht werden.

In den letzten Jahren sind die farbigen elastischen Tapes, oder Kinesiotapes immer präsenter geworden. Sie werden sehr vielseitig eingesetzt zur Entlastung von verspannten und schmerzhaften Muskeln, zur Förderung des Lymphabflusses und Heilung von grossen Blutergüssen, zur Förderung der Koordination und zur Haltungsschulung.

Insgesamt sind die wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit dieser Tapes eher bescheiden. Obwohl es viele Studien gibt, welche aber teilweise auch nicht sehr aussagekräftig sind, kann man zusammenfassend sagen, dass die Wirksamkeit noch nicht nachgewiesen werden konnte. Trotzdem empfinden es viele Menschen, vor allem in den Anfangsstadien einer Verletzung, als sehr entlastend. Dies ist wahrscheinlich über die veränderte Empfindung (Reizung der Hautsensoren) und somit den Einfluss auf das Nervensystem zu erklären. Daher kann es durchaus als gute Ergänzung in der Anfangsphase der Therapie genutzt werden. Zum Beispiel zur Entlastung von Muskulatur um den Schmerz in einer Bewegung zu senken, damit diese wieder ausgeführt werden kann. Zum Beispiel das Heben des Armes kann durch die Tapeanlage plötzlich deutlich schmerzfreier durchgeführt werden. Oder man kann es anfänglich nutzen, eine ungewünschte Haltung im Alltag durch ein Tape zu minimieren, da beim Einnehmen der ungünstigen Haltung das Tape auf Spannung kommt und uns in Erinnerung ruft, die Haltung zu optimieren.

Insgesamt kann man daher sagen, dass Tapes in Ergänzung zu einer funktionellen Rehabilitation anfangs durchaus helfen können, indem sie Bewegungen ermöglichen, welche ansonsten auf Grund der Schmerzen vermieden werden. Jedoch sollte allen bewusst sein, dass ein Tape einen Aufbau der Kraft und Koordination nicht ersetzten und keine absolute und langfristige Lösung sind. Kurzfristig können sie jedoch eine deutliche Symptomlinderung bewirken.

Wir zeigen Dir bei uns in der Physiotherapie im radiuszwei gerne wie Du die Tapes und Funktionsverbände anlegen und nutzen kannst.

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